Frequent Asked Questions

Montag, 10. November 2014

Wenn beten und ficken eins sind?


Beten und Ficken
Die Jahrtausende lange Verunglimpfung aller Körperlichkeit hat die natürliche Erhabenheit der Sexualität bis heute diskreditiert
 


Ja, das hört sich schrecklich an und auch sehr provokativ und beruht auf der nun schon bald drei tausend Jahre andauernden Verunglimpfung aller Leiblichkeit. Die Machtübernahme durch das Abstrakte und den als Geist getarnten männlichen Sonderinteressen etwa im Wege der Verschriftlichung der Welt haben eine der wesentlichen Grundlagen allen Lebens, die Sexualität, nahezu unauslöschlich besudelt. Wenn wir heute wieder zu dem zurückkehren, und mit dem Leib zum Göttlichen beten, dann gehen wir bewusst hinter diesen Tort, den die körperliche Liebe solange erleiden musste, zurück. Das ist möglich, aber angesichts der Spuren, die die Verteufelung der Körperlichkeit aller Liebe hinterlassen hat, nicht einfach, wie schon die scheinbar nahe liegende Wortwahl Deiner Frage belegt.

Freitag, 10. Januar 2014

Göttliche Lust und Liebe - nichts als Biochemie und Biophysik?

Göttliche Lust und Liebe als biologische Prozesse:
 Alles, selbst das Bewusstsein, ist nur erzeugt durch biologische Prozesse, gleichwohl lassen sie uns der Göttin Lust und Liebe erleben.

Sind die Lust und Liebe, deren Erlebnis wir als Teilhabe am Göttlichen beschreiben, wie du sagst, nichts anderes als das Ergebnis biologischer, seien es chemischer, seien es physikalischer Abläufe, die Glücksfühle beliebig, das heißt nach passender Zusammensetzung der beteiligten Stoffe erzeugen? Das sind sie in der Tat. Wie sollte es auch anders sein? Ein jeder Leben erzeugende Prozess beruht auf solchen Vorgängen, das ist das leibliche Schicksal eines Werdens. Jedes Gefühl ist das Ergebnis biochemischer und -physikalischer Prozesse, die es herstellen, nichts anderes gilt für das Bewusstsein, auch als Bewusstsein seiner selbst. Da ist nichts Anderes von einem anderen Stern oder einem Sein. Das ist der Preis der Leiblichkeit, nur mit unserem Leib leben und empfinden wir, auch denken wir mit ihm allein. Darüber hilft auch keine idealistische Hochstapelei hinweg, auch nicht der Geist oder die Seele als Teil anderer Wesenheiten. Das sind Erfindungen und phantastische Wahrträumereien, deren Anhänger sich daher auch von den die Grundlagen ihrer Annahmen andauernd entzaubernden Naturwissenschaften verfolgt fühlen. Bleiben wir somit untrennbar dem Schicksal des Werdens und Vergehens verbunden und haben nur das in jedem Augenblick herzustellende Leben, so bleibt uns in unserer Leiblichkeit dennoch nicht das Erlebnis der Teilhabe am Göttlichen in Form unserer Vereinigung mit ihm, versagt. Dieses aller Welt und allem Leben zugrundeliegende Sein können wir mit unserem Leib erfahren, wenn auch aufgrund von Prozessen diese Fähigkeit jeweils und andauernd erst hergestellt werden muss. Und wir erfahren und erleben dabei etwas, das über uns und alle unsere Fähigkeiten weit und qualitativ hinausweist und das uns in der Tat, wären oder würden wir selbst ein Teil davon, zu Göttern machen würde -dies aber ist nur ein Traum. Und das, was wir dabei erleben und erfahren nennen wir Schönheit, Glück, Lust und Liebe und auch Wahrheit, aber auch in der Raum- und Zeitlosigkeit des Orgasmus Dass uns selbst dabei nur unser vergänglicher Leib zur Verfügung steht und alles Erleben nur durch Prozesse erzeugt ist, kann dieses Erleben nicht schmälern. Deswegen preisen wir mit unseren Leibern auch in Lust und Liebe die Göttin und finden darin deren Sein ohne selbst ein Sein zu werden. Uns eröffnet sich göttliche Lust und Liebe daher nur aufgrund uns erzeugender biochemischer und -physikalischer oder ähnlicher Prozesse, weswegen du Recht hast, wenn du wahrscheinlich auch das Gegenteil meinst. 

Donnerstag, 26. Dezember 2013

Ist es im Heiligtum nicht nur ein Spiel mit der Geschlechtslust?

Geschlechtslust im Heiligtum:
Vom üblen Beigeschmack der Sexualität infolge patriarchaler Instrumentalisierung weiblicher Geschlechtskraft wollen wir uns durch Rückbesinnung befreien.

Du zweifelst, ob es nicht letztlich doch nur um die bloße Geschlechtslust gehe, wenn wir im Heiligtum die Göttin verehren. Genau genommen kann ich dir da nicht widersprechen, wenn wir auch der Geschlechtslust dabei sicherlich eine ganz andere Bedeutung beilegen. Deine Frage geht aus von der überkommenen Vorstellung und auch dem Stellenwert, der in der überkommenen religiösen und weltanschaulichen Einschätzung der Sexualität beigelegt wird. Diese geht zurück auf eine kulturelle Grundentscheidung, die im Zusammenhang mit dem Siegeszug der Patriarchats vor wahrscheinlich ca. 3000 Jahren im Sinne der männlichen Vorherrschaft über die weibliche Gebärkraft getroffen wurde und alles Geschlechtliche im Dienste der Sicherung männlicher Nachkommenschaft instrumentalisiert hat. Das Weibliche besaß fürderhin nur noch Bedeutung für die Vermehrung des Mannes. Die Befriedigung männlicher Lust wurde in gesellschaftliche Randbereiche gedrängt. Die Sicherung der Authentizität der Vaterschaft konnte nur durch eine rigide Geschlechtsmoral erfolgen (um die für die Vermehrung bestimmten Schöße von allen anderen möglichen Befruchtungen auszuschließen), so dass die gleichwohl die sexuelle Lust steuernden männlichen Triebe nur losgelöst von der Vermehrung in diesen Randbereichen befriedigt werden konnten. Im Laufe der Jahrhunderte begründete dies den moralisch bedenklichen Ruf der Sexualität. Im Heiligtum wollen wir uns aber auf den Zeitpunkt vor dem Beginn dieser Entwicklung zurückbesinnen, als die weibliche Gebärkraft noch im Mittelpunkt menschlichen Selbstverständnisses vor ihrer patriarchalen und zeitweise gar phallokratischen Instrumentalisierung stand und einem geheiligten allgemeinen Lebenskreislauf, wie ihn die Verehrung der Göttinnen repräsentierte, angehörte. Das sexuelle Erlebnis und die dabei obwaltende Lust und Liebe standen dabei Mittelpunkt einer Teilhabe an diesem Kreislauf der allgemeinen Lebenskraft, wie sie die Welt belebt. In dieser Bedeutung haben wir die Sexualität in den Mittelpunkt des Gottesdienstes und der Verehrung des Göttlichen gestellt, als ein Weg, das Vorübergehende allen Lebens mit dem raum- und zeitlosen göttlichen Sein, für das die Göttinnen als personalisierte Vorstellung stehen, zu vereinen. Die Geschlechtslust öffnet diesen Weg, weil über sie die Götter ihr Sein mit dem stets nur werdenden und wieder vergehenden Leben der Menschen in deren Bewusstsein verbunden haben.


Sonntag, 15. Dezember 2013

Was soll ich denn im Heiligtum der Sieben Göttinnen?



Angebote des Heiligtums:
Das Heiligtum feiert deine leibliche Lust am Werden, nach Glück zu streben, der Wahrheit und allgemeinen Liebe als alles verbindende Kraft.


Wenn du mich fragst, warum du dich denn überhaupt dem Heiligtum anschließen sollst, kann ich dir zur Antwort geben, um deines Glücks willen und deiner Lust und Freude ebenso. Dabei spreche ich vom wirklichen, dem realen Glück und ebenso von der körperlichen Lust und Liebe, also Zustände, die du hier auf Erden, in diesem Leben jetzt erlebst, nicht an anderen Orten und zu anderen Zeiten, erst in der Unendlichkeit der Ewigkeit gar. Sicher ist dir nur, was du hast und was du bist, das ist dein Leben und nicht mehr, aber recht verstanden auch nicht weniger. Denn dein Leben das ist viel, niemand den du kennst, hat mehr oder hatte mehr oder wird jemals mehr haben. Dein Leben ist alles, nicht auf Ewigkeit sondern allein auf die Dauer deines Werdens. Dein Werden aber ist ein Prozess, den du nur als Irrtum und Mangel erfährst, nach Wahrheit musst du suchen, und um zu leben, musst du in jedem Augenblick finden, was dir fehlt, soll das Werden nicht vergehen. Dazu hast du nur, aber auch nicht weniger als das, was dein in jedem Augenblick werdender und in deiner Selbstwahrnehmung gewordener Leib dir erlaubt. Wenn es mehr als dieses geben sollte, vielleicht etwas was Götter dir gewähren, so wirst du es nur mit deinem Leib erfahren, nicht ohne ihn und vor allem nicht, wenn dein Leben und die es erzeugenden Prozesse längst vergangen sind. Wir im Heiligtum zeigen Dir, was das Göttliche deinem leiblichen Werden offenbart, denn das Glück, nach dem du strebst, das Schöne, mit dem in Lust du dich vereinigst, die Wahrheit dir den Irrtum beweist, sind alles göttliche Eigenschaften, deren Licht deinen Leib erleuchtet und ihn wärmt. Je mehr und öfters du dies erlebst, umso näher bist dem Zentrum deines Lebens, wo allein dein Werden als Teil der allgemeinen Lebenskraft über dich selbst hinausweist. In der irdischen Lust und Liebe, die du als Allgemeines bei uns mit deinem Leib erfährst, kannst du nur das, aber auch alles das finden, was die Göttin, Gott oder Götter für dich und dein Glück geschaffen haben. Ebenso wird dir aufgewiesen, was von dir allein zu deinem Schaden, um der Freude anderer zu dienen, gefordert wird. Deine Selbstbestimmung, die einzige Form die deinem Selbstbewusstsein adäquat entspricht, findest du in der allgemeinen Liebe (auch der mit ihr einhergehenden liebevollen Bindung, der Entfreiung) als alle und alles verbindenden Form, der ebenso eine allgemeine Lust des Werdens entspricht. Darum geht es nur um dich, deswegen solltest du dich richtig entscheiden.



Freitag, 13. Dezember 2013

Wenn nicht Gott, wieso dann Göttin?


Definition des Göttlichen:
Göttlich ist, was auch ohne uns ist, über uns nach Zeit und Ort hinausweist und kein Werden ist, das wahrzunehmen es uns selbst ermöglicht.

Wiedergutmachung patriarchaler Vertreibung:
Die Göttin preisen wir als Metapher allen Göttlichen, Gottes und der Götter, allein um ihre patriarchale Vertreibung wiedergutzumachen.

Zurecht fragst du, wie man die Göttin verehren kann, wenn man die Verehrung Gottes wegen der damit verbundenen Geschlechtsbindung verweigert. Denn dann würde man das eine ja nur durch andere ersetzen, obgleich unser grundsätzlicher Einwand, dass man Gott nicht nach dem Geschlecht bestimmen kann, beides träfe. Nun kann es gar keine Frage sein, dass der Grund für die Annahme, bei Gott handele sich um einen Mann, ausschließlich der diesseitigen Sicherung männlicher Vorherrschaft, also des Patriarchats, dient, das sich just in der Zeit durchsetzte, als man damit begann, die Welt zu verschriftlichen und die Göttinnen des Matriarchats zu vertreiben. Eine Gesellschaft, die bis in den letzten Winkel des privaten Lebens alle Herrschaftsverhältnisse durch eine angeblich naturgegebene männliche Vorrangstellung definiert, kann natürlich nur einen Gottvater als einzigen männlichen Gott hervorbringen und verehren.

Obwohl trotz aller emanzipativen Bestrebungen diese Vorstellung noch tief in den Gedanken der Menschen verhaftet ist (von anderen Kulturkreisen wie den islamischen, aber auch anderen Weltanschauungen ganz zu schweigen), ist sie von erstaunlicher Naivität und schon beim ersten Nachdenken kann sie nur verwundern. Denn wenn man sich anders als über bildhafte märchenhafte Vorstellungen der Frage eines Etwas nähert, das uns als Menschen, Natur und Welt zwar bestimmt und begründet, aber nach Ursprung und Ziel, Raum und Zeit grenzenlos darüber hinausgeht und vor allem frei von den uns bestimmenden Begrenzungen ist, dann erscheint es in der Tat als naiv, dieses mit den allein durch unser Werden bedingten Differenzierungen beschreiben und erfassen zu wollen. Dies gleicht dem Verhalten von Dörflern, denen es noch nie über möglich war, über ihren Kirchturm hinauszusehen und die nunmehr alles, was sie erfahren, allein hieran messen.

Wenn wir überhaupt in der Lage sein sollten, etwas anderes als die Bedingungen unseres Werdens zu begreifen, dann kann dies nur ein Erfassen von Etwas sein, das über uns mit allen unseren Möglichkeiten hinausgeht. Daher taugen unsere gewohnten Differenzierungen nach Art und Geschlecht, Zahl, Grund und Zweck, Raum und Zeit nie zu einer abschließenden Beschreibung (zumal selbst in unseren Wissenschaften diese schon wie in der Physik in Zweifel stehen). Wir können allein der Ahnung folgen, die sich uns an den Grenzen unserer Wahrnehmung und eben auch der Bedingungen unseres Werdens und Vergehens (möglicherweise – schon dies ist eine Frage des Glaubens und nicht des Beweises) uns eröffnet und von nicht mehr aber auch nicht weniger als von dem Göttlichen reden. Wenn wir im Heiligtum die Göttin preisen und uns gegen einen männlichen Gott wenden und ebenso den einzigen Gott durch die Götter selbst ersetzen, dann ist das bloße Symbolik, um einerseits das Göttliche zu umschreiben und andererseits einseitige Festlegungen, die jeweils auffallend bestehende Herrschaftsverhältnisse verfestigen, zu entlarven. Tatsächlich können wir das Göttliche ebenso wie Gott und Göttin und auch die Götter mit allem und jedem umschreiben und ebenso preisen. Wir leben aber nun einmal in Gesellschaften, in denen die patriarchalen Verschränkungen nach wie vor das Gottesbild bestimmen, weswegen wir politisch und ebenso polemisch eher die Göttin preisen.

Donnerstag, 12. Dezember 2013

Wieso kann ich die Göttin nur leiblich lieben?



Leiblichkeit:

Alles Erleben kann nur leiblich sein, da wir hierzu nur den Leib besitzen, selbst das Göttliche kann der Mensch nur mit dem Leib erfahren.


Du fragst, warum du die Göttin oder auch allgemeiner das Göttliche nur mit deinem Leib und nicht stattdessen mit einem Gefühl, das frei von allem leiblichen Begehren ist, lieben kannst? Die Vorstellung auch oder auch nur platonisch zu lieben, ist ein Trugbild des Idealismus (und daher nach einem seiner Mitbegründer Platon benannt). Natürlich kann Liebe in jeder Form erfolgen, auch in bloßen Gedanken und ebenso frei von jedem geschlechtlichen Begehren, das ist selbstverständlich. Wie sollte man anders Freunde oder auch in der Familie lieben. Lieben ist jede Form von Bindung an einen anderen, ihr Gefühl ist schließlich das Empfinden der Bindungskraft, mit dem das Göttliche auch alles, was lebt, zusammenfügt oder auch sich zusammenfügen lässt. In jeder dieser Weise kannst du deine Göttin oder auch Gott und das Göttliche lieben. Gott ist und ebenso die Götter sind die Liebe, dei caritas sunt! Eine nicht leibliche oder auch platonisch genannte Liebe ist nichts anderes als eine Form der reinen Liebe, aber –und hier unterscheiden wir uns von vielen anderen Aussagen, auch die leibliche Liebe ist dieselbe reine Liebe, in der Liebe gibt es keine Abstufungen, alles beruht auf der allgemeinen Liebe. Wir wenden uns ausschließlich gegen die Behauptung, nicht mit dem  Körper zu lieben sei wertvoller als die leibliche Liebe. Das ist unwahr und dient ausschließlich der Manipulation der Einzelnen durch andere Einzelne. Hinzutritt dabei der Umstand, dass die menschliche Existenz in jederlei Hinsicht nur, ausschließlich und abschließend leiblich ist. Dass heißt auch die angeblich nicht leibliche Liebe können wir nur mit dem Leib wahrnehmen. Alles am Menschen, auch seine Gefühle und seine Wahrnehmung sind leiblich, das heißt das Ergebnis eines Werdens aufgrund eines Zusammenwirkens der hieran beteiligten Glieder. Daher besteht kein gradueller Unterschied zwischen den verschiedenen Formen von Liebe, wie auch nahtlos die eine Form in eine andere übergehen kann, natürlich begrenzt durch von den Menschen errichteten oder auch nur nachvollzogene Regeln des Zusammenlebens, wie etwa den Schutz von Schwachen vor der Übermacht mancher Form der Lust und Liebe oder Tabus wie innerhalb der Familie. Auch die Liebe zur Göttin oder dem Göttlichen kann nur vom Leib ausgehen. Sie muss aber das im Werden und mithin allein für den Menschen Unmögliche überwinden, etwas Unvereinbares zu verbinden und zwar das (leibliche) Werden mit dem göttlichen Sein. Hierbei kann der Mensch nur seinen Leib gebrauchen, würde allein gelassen (ohne ihn liebende Göttin) aber wie gegen eine unüberwindbare Wand laufen. Der Weg zum Erlebnis einer göttlichen Vereinigung, was nichts anderes als das Erlebnis der göttlichen Liebe ist, ist nur möglich, wenn die Menschen die ihnen dabei von der Göttin gereichte Hand ergreifen. Dies aber geschah in der leiblichen Belebung der Welt, die die Menschen in der Form der Verallgemeinerung der Liebe nur erfahren kann. Das erreicht man am ehesten, keineswegs nur ausschließlich, im Wege der leiblichen Liebe wie in den Sakralakten.